23 Tipps für noch glücklichere Eltern und Kinder
Nach 21 Monaten Erfahrungen als Vater und mehrjähriger intensiver Beschäftigung mit den Themen Neurowissenschaften, Verhaltenswissenschaften und frühkindlicher Entwicklung, habe ich hier nun ein paar Punkte zusammengetragen, die
a) meiner Frau und mir persönlich das Leben als Eltern leichter machten,
b) den Aufbau einer guten Eltern-Kind-Beziehung fördern (Stichwort: Attachment Parenting) und
c) lt. moderner Hirnforschung, die Entwicklung des Gehirns und der Persönlichkeit des Kindes besonders förderlich sind.
Braucht ein Kind Grenzen?
Kürzlich in einem Wiener Hotel: Mein Sohn, 18 Monate, tappst durch die Lobby, bleibt vor einem älteren Herren stehen und fängt zu plauschen an. Der ältere Herr, geschätzte 70 Jahre alt: “Na der ist aber aufgeweckt. So freundlich und überhaupt nicht verschreckt. Das ist ja ein Lieber. Aber jetzt wird es auch wichtig, dass er Grenzen gesetzt bekommt”. Ich enthielt mich eines Kommentars…
Das Thema Grenzen setzen polarisiert. Was auffällt: Es wird meist in Gegensätzen, in Extremen gedacht. Auf der einen Seite die autoritäre Erziehungsschule á la Bernhard Bueb. Auf der anderen Seite die antiautoritäte Schule, die auch heute, 40 Jahre nach ihrem Entstehen, immer noch sehr häufig mit Laissez-faire verwechselt wird.
Eine erfrischende Alternative fern dieser Gegensätze zeigt Jesper Juul auf.
Vorurteile über Einzelkinder
Sind Einzelkinder egoistischer als Kinder mit Geschwister? Sind Sie weniger gruppentauglich und weniger beziehungsfähig? Die meisten Klischees über Einzelkinder sind Vorurteile, meinen Psychologen. Mehr dazu in einem Beitrag von 3Sat: Es geht auch ohne Geschwister
Erziehung ist nicht notwendig
Zwei Größen ihres Faches: Familientherapeut Jesper Juul und Neurobiologe Gerald Hüther im Gespräch: Erziehen mit Herz und Hirn.
Hier ein paar Aussagen:
“Erziehung ist nicht notwendig. Die ersten zwei, drei, vier Jahre muss man Kinder empathisch und liebevoll begleiten – und dann kann man überlegen, ob man sie erziehen muss”. – Jesper Juul
Fremdbetreuung: Qualität und Bindung zu den Eltern sind wichtig
Wie viel Vertrauen entwickelt ein Kind – in seine Eltern, in seine Umgebung, in das Leben? In der frühkindlichen Phase werden die Weichen gestellt.
Hier ein Audiobeitrag des NDR vom 30.4.2011: Frühes Vertrauen für späteres Selbstvertrauen – Der Wert frühkindlicher Bindungen
Die wesentlichen Inhalte hier in Stichworten:
Von wem hat er das? – Nicht von den Genen!
Die Frage, von wem der eigene Nachwuchs “Etwas hat”, ist in vielen Familien sehr beliebt. Unsere ist das keine Ausnahme. Häufig wird diese Frage mit der Annahme gestellt, dass dieses “Etwas” – seien es nun körperliche Merkmale wie etwa lange Beine oder bestimmte Verhaltensweisen wie etwa eine besondere Aufgeschlossenheit anderen Menschen gegenüber – von den Eltern vererbt wurde. Es somit die Gene sind, die dafür verantwortlich sind, wie sich das Kind verhält und welche Persönlichkeit es entwickelt.
Diese Annahme mag bei körperlichen Merkmalen wie etwa den langen Beinen sicherlich zutreffen, sie trifft jedoch – soviel weiß man heute – bei den Verhaltensweisen und der Persönlichkeit des Kindes nicht zu!
Die herkömmliche Meinung ist, dass es die Gene unserer Eltern und Vorfahren sind, die unser Verhalten bestimmen. Read the rest of this entry »
Persönliche Erfahrungen mit Attachment Parenting
Welche Erfahrungen machten meine Frau und ich mit Attachment Parenting? Anstelle vieler Worte, heute ein Cartoon:
Copyright: arun, www.theparentingpit.com
Was ist Attachment Parenting?
Attachment Parenting ist ein Erziehungsstil, der eine emotional tiefe und sichere Eltern-Kind-Beziehung zum Ziel hat.
Wie wichtig eine emotional tiefe und sichere Eltern-Kind-Bindung für die geistige, seelische und köperliche Entwicklung des Kindes, ja für sein ganzes spätere Leben ist, wurde in einer Vielzahl von wissenschaftlichen Untersuchungen mehrfach belegt.
Attachment Parenting verbindet Herz mit Hirn
Attachment Parenting, zu deutsch: Bindungsorientierte Elternschaft, ist für viele der Erziehungsstil des neuen Jahrtausends.
Dieser in Europa noch relativ unbekannte Erziehungsstil, vereint Herz und Verstand. Das Herz, weil er Praktiken und Sichtweisen umfasst, die für die meisten Eltern immer schon intuitiv richtig waren und sind. Den Verstand, weil er auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert, die heute unumstritten sind.
Attachment Parenting geht von folgender Grundannahme aus: Read the rest of this entry »
Die ersten Jahre sind entscheidend
Wie wir Menschen die Welt wahrnehmen, hängt wesentlich davon ab, wie unser Gehirn entwickelt ist. Wie sich unser Gehirn entwickelt, ist wiederum wesentlich davon abhängig, welche Erfahrungen wir machen. Ein und das selbe Gehirn entwickelt sich, je nachdem welche Erfahrungen es gemacht hat, unterschiedlich. Ein Mensch, der von klein auf negative Erfahrungen erleben musste, wird mit großer Wahrscheinlichkeit die Welt anders wahrnehmen, als einer, der vorwiegend positive Erfahrungen erleben durfte.
Das menschliche Gehirn hat die Fähigkeit, sich ein ganzes Menschenleben lang zu entwickeln. Den größten Entwicklungsschub macht es jedoch in den ersten neun Monaten der Schwangerschaft und den ersten drei Jahren nach der Geburt.

